Das Training begann am Dienstagvormittag mit dem Aufbau der Boote. Jedem Teilnehmer wurde ein erfolgreicher Segler als Trainer zugeteilt. Das vorgesehene straffe Programm platzte gleich am ersten Tag, da der Wind nicht wie vorgesehen mitspielte. Also Theorie mit Regelkunde wie Taktik am Start und auf den Kursen, sowie Trimmen und ausgedehntes Werkeln an den Booten bis zum Abwinken bzw. Abendessen.



Leider stürzte Reimund im Halbdunkel und verletzte sich so schwer an der Hand, so dass an Segeln nicht mehr zu denken war.
Veit wollte hochmotiviert unter die Camper gehen und hatte sich extra eine Campingausrüstung zugelegt, um im Auto zu schlafen. Aber nach der ersten Nacht bei 5° packte er durchfroren alles wieder zusammen und buchte sich eine warme Unterkunft.
Trotz Nieselwetter bei 10° und 2-3 Bft gingen mittwochs 6 bis 7 Boote aufs Wasser. Verfolgungsrennen auf Raumschots, am Wind und Vorwind. Hierbei erfolgte so manche Korrektur und Optimierung von Segelstellung, Sitzposition und Ruderführung. Dann Kurzrennen von jeweils 12 bis 15 Minuten Dauer. Immer wieder sorgten Regenschauer für Boen, aber auch kalte Duschen, so dass nach ca. 2 1⁄2 Stunden, mit Freuden der von Petra außerordentlich reich gedeckte Tisch angesteuert wurde. Die Beköstigung war vorzüglich. Morgens reichhaltiges Frühstücksbuffet, mittags warmes Essen, abends wieder warmes Essen. Dies schmeckte allen so gut, dass manche ihre Abnehmpläne über Bord warfen.
Danke Petra für deine Unterstützung !
Donnerstag wieder kein Wind, also Ausflüge in die Umgebung oder Bastelstunde am Boot. Abends
machte Rolf seine berühmte Paella, bei der jeder Spanier neidisch würde. Einfach lecker!

Freitag dann endlich wieder Wind 15° und 2 Bft. Es konnte gesegelt werden. Es wurden viele Kurzrennen durchgeführt, immer mit persönlicher Betreuung. Dazwischen wurden auch Boote getauscht, um auch Erfahrungen mit anderen Booten und deren Einstellungen zu sammeln.
Leider musste Veit wegen einer allergischen Reaktion passen und konnte nicht mitsegeln. Er wollte sich
schonen um für die Regatta wieder fit zu werden. Abends, Grillen und Abschluss mit Präsenten von und für Rolf und Petra.
Danke für eine tolle Betreuung und Versorgung Rolf und Petra.
Während des Trainingslagers fielen so manche Anregungen und Tipps dessen Wirkung du vielleicht
ausprobieren willst. Diese sind in folgendem ziemlich unsortiert dargestellt:
Vor dem Start hältst du dich nicht in Lee auf, sondern behältst, bis spätestens eine Minute vor Start, immer mindestens etwas Fahrt im Schiff, egal wo du starten willst. Optimal ist der Start, wenn du zuerst den Streckbug fahren kannst. Beim Anlufen achtest du darauf, keine Geschwindigkeit zu verlieren. Auf der Kreuz reagierst du auf jeden Winddreher, den du im Segel (Trimmtails) siehst, mit weichen Ruderbewegungen. Priorität hat die Geschwindigkeit.
Franco beschreibt das gute Amwind segeln so:
A: Du fährst gute Geschwindigkeit, B: Du machst Tempoverlust, C: Du reagierst, ein guter Segler korrigiert seinen Kurs (von C nach A) in 1 bis 2 sek., ein mittlerer Segler in 3 -5 sek. bzw. er braucht noch länger.
Es gibt diverse Möglichkeiten, die Anströmung seiner Segel zu kontrollieren. Telltails im Segel (Werkseitig erstellt) oder am Achterliek zwischen 2. Und 3. Latte, 4. Und 5. Latte, wurden getestet und genutzt.
Auf Vorwindkursen schlug Franco vor, so weit in Lee nach vorn zu gehen, dass der Leeschwimmer nur noch auf 5-10 cm aus dem Wasser ragt. Er hat das mit geringem Erfolg praktiziert, allerdings kann ich mir vorstellen, dass seine Methode auf freien Gewässern (Meer, Wellen) noch besser funktioniert.
Dan hat seine Methode nicht kopiert und war trotzdem nicht langsamer. Die Sitzposition vorne in Lee hat den Vorteil, dass man den Baum bis in die Wanten drücken kann, dies gelingt allerdings auch, wenn man stehend sich ins Segel lehnt, was ja viele erfolgreiche Segler immer öfters praktizieren.
Zur Kontrolle der aktuellen Windanströmung können auch Telltails im Hahnenpott und den Wanten dienen auch ein Verklicker auf dem Mast hilft.
Franco verzichtet auf Vorwindkursen darauf, den Gummistrop oder die Schot vom Hahnepot zum Beam anzuspannen, um den Öffnungswinkel des Großsegels nicht zu verringern. Falle mit jeder Boe ab, Luve nur um Tempo aufzunehmen. Beobachte die Wasseroberfläche, um Boen frühzeitig zu erkennen und sie vor deinen Konkurrenten zu erreichen. Beobachte deine Gegner nur kurz, wichtiger ist dein Steuerverhalten, dass immer auf Tempomaximierung (in Abhängigkeit vom Kurs) ausgerichtet ist. Eine Querkränkung ist auf Vorwindkursen nicht hilfreich.
Falls du Wellen hast: Welle runter – abfallen (in Wellenrichtung), Welle rauf – anlufen, damit du schneller wirst und den Bremseffekt reduzierst.
Verhalten bei Drehern am Wind:
Kann ich anluven? – Super Ich gewinne Höhe! muss ich Abfallen? Ja, ich steuere aus dem Wind und versuche kein Tempo zu verlieren oder: ich wende sofort. Aber: noch nie hat eine hastige Wende einen Vorteil gebracht.
Löse bei jeder Wende die Schot, sobald das Segel keinen Vortrieb mehr erzeugt und drehe den Bug weiter aus dem Wind heraus (Baum mindestens Über Ecke Seitenbeam/ Achterbeam). Luve erst an, wenn das Segel bereits erkennbar Vortrieb erzeugt.
Raumschots: Dan und Fritz fahren nur mit dem Leeblatt und haben das Luvblatt hoch.
Trimmdaten:
Mastfall (= Winkel Mast – Winkel Heckbeschlag des Katamarans)
Dan, Fritz ≈ 30°
Rolf, Frank ≈ 27°
Veit, Wolfgang ≈ 26°
Ruderstellung: am besten neutral, wenn das Segel + Schot angespannt sind. Sonst werden
Abweichungen von bis zu 5mm werden gemessen.
Lattenspannung: die meisten fahren eine mittlere Spannung, erhöhe die Spannung, wandert der Bauch nach hinten verringerst du die Spannung, wandert der Bauch nach vorne
Thorin und Dan können mit sehr losen Wanten fahren.: durch den Kontroller vom Hahnepot zum Baum können sie den Mast (30°) dann wieder aufrichten (27-28°). Die losen Wanten erlauben dem Mast eine seitliche Neigung, die mir als nicht erstrebenswert erscheint.

