Die IHCA bittet um Abstimmung zu Änderungsvorschlägen:
https://hobieclass.com/hobie-14-rule-3-4-3-5-new-5-1-d-and-hobie-16-new-rule-6-1-d-change-proposals/
Ich beantrage, dass das Entfernen der Nase am Mastfuß erlaubt wird und dass die entsprechenden Regeln 3.4 und 3.5 ausgesetzt werden.
Antrag auf Änderung der folgenden Regelungen.
HOBIE 14 CLASSIC / 14 TURBO CLASS RULES
HC14 Rule 3.3 ff:
Zitat Erik Olsen:
"Bitte beachten Sie, dass das Füllen des Mastbastwurfhakens nach der derzeitigen Regelung NICHT erlaubt ist. Der Vorschlag erlaubt nun eine minimale Füllung und erklärt, wie viel des Mastbastwurfhakens gefüllt werden darf. Die aktuelle und unveränderte HC-Regel 3.6 erlaubt es, den Mastfuß und die Maststufe durch das von HOBIE CAT CO gelieferte Kugelsystem zu ersetzen, wenn Segler eine andere klassenrechtliche Option bevorzugen."
Begründungen:
Die Benutzung des Masthakens erfordert eine zweite Person, die die Verbindung von Stag und Hahnepots herstellt oder löst. Der HC14 ist ein Einhandboot und es gibt mehrere andere Methoden, die das Stellen und Legen durch eine Person ermöglichen und den Masthaken entbehrlich machen.
Zitat Friedhelm Weller:
Ich befestige das Vorstag in der gewünschten Länge, beide oder ggf auch nur eine Wanten stelle ich etwa um insgesamt 6 Löcher in den Wanteisen lockerer ein als für das Segeln gewünscht. Dann stelle ich mich auf das Boot und bringe den Mast vor mir stehend in die senkrechte Position. Nach der Kontrolle, ob alle Wanten frei hängen und kein Schäkel verdreht ist, hebe ich mit beiden Händen den Mast senkrecht in die Höhe. Nach zwei- oder dreimaligem Umfassen ist der Mastfuß auf Höhe der Mastfußpfanne. Dadurch dass die Wanten lockerer als für das Segeln vorgesehen sind, lässt sich nun der Mast problemlos in die Pfanne setzen und wird auch zugleich schon vom Rigg gehalten. Anschließend verkürze ich die Wanten auf die gewünschte Länge.
Klaus Zuchel erklärt dazu: Diese Methode wurde mir 1980 von der Flotte 349 beigebracht.
Diese Methode passt zur Gesamtkonzeption des Hobie Cat 14 als Einhandkatamaran, der als solcher eben auch alleine aufgebaut werden sollte.
Hinweis. Dieser Vorgang kann jederzeit unterbrochen und wiederholt werden, indem man den Mast zurück zwischen die vorderen Rümpfe stellt. Auch das vorübergehende Abstellen des Mastes in die Verspannung des Trampolins ist möglich.
Fehlerquellen:Das Boot steht unsicher. Wird vermieden, indem bsp. der Slipwagen ein stückweit unter die hinteren Rümpfe geschoben wird. Führt auch dazu, dass das Boot nach vorne geneigt wird und dadurch sich der Abstand zwischen unterem Mastende und Ziel Mastpfanne verringert. Man muss dann weniger hoch heben bzw. weniger oft umgreifen.
Eine Variante dieser Methode ist, lediglich eine Wante und das Stag mit dem Boot zu verbinden und den Mast schräg in die Mastpfannne zu setzen, dann gerade zu richten, den Trapezdraht zur Stabilisierung zu benutzen und dann die zweite Wante mit dem Boot zu verbinden.
Unfälle passieren, weil menschliches Versagen vorliegt. Bei 2 beteiligten Personen erhöht sich das Risiko.
Masthaken und Mastpfannen sind mit Bohrungen versehen. Deren alleiniger Zweck ist die Verwendung eines Scharniers, genannt Mast Step Link, Dieses Gelenk ist aber ein Zubehörteil und nicht verpflichtend zu verwenden. Ohne dieses Scharnier sind die Bohrungen ohne Funktion. Verwendung findet es beim Hobie Cat 16. dessen Mast zu schwer, zu dick und zu lang ist, um ihn alleine zu stellen und zu legen. Auch das Gelenk erfordert eine zweite Person.
Das Kugelsystem verfügt über einen dicken Bolzen mit Splint, der unterhalb der Kugel den Mast an der Kugel fixiert und im Falle einer Kenterung den Mast am Herausspringen hindert, was mit dem Mastpfannensystem durch die Wantenspannung erreicht würde, wenn man nicht mit lockeren Wanten segeln würde, was viele aber tun. Dann könnte der Mast aus der Pfanne springen.
Frühere Mastpfannen hatten einen festverbundenen Querbolzen, der zusammen mit dem Masthaken als Achse funktionieren sollte. Diese Mastpfannen werden nicht mehr angeboten.
Der Masthaken ermöglicht das Führen des Mastes innerhalb des Schlitzes der Mastpfanne. Die Gefahr, dass der Mast beim Stellen nach vorne aus der Pfanne springt, bleibt erhalten.
Der Hobie Cat 14 hat bis heute, und wird darüber hinaus, eine technische Weiterentwicklung durchlaufen. 6-Lattengroßsegel, Trapez , veränderte Großschot, Cunningham sind hier als Beispiele zu nennen. Diese haben es ermöglicht, bei Mittel- bis Starkwind mit größerem Mastfall und folglich größerer Geschwindigkeit zu fahren. Dieser Mastfall würde durch den Masthaken verhindert, da nach einer Wende (oder Halse) der Haken an der Mastpfannne blockiert. Zur Folge hätte dies eine Chancenungleichheit gegenüber den Booten mit dem Kugelsystem. Abgesehen davon, dass das Boot so nicht regattasegelbar wäre. Ein weiterer Grund für das Entfernen des Masthakens ist ein Sicherheitsaspekt. Bei höheren Geschwindigkeiten sind Boote mit wenig Mastfall reihenweise insbesondere auf Halbwindkursen gekentert. Der Lateralschwerpunkt war zu weit vorne und führte zum Eintauchen der Buge und Unterschneiden.
Zur Zeit haben 90 % der in der aktuellen deutschen Rangliste vertretenen Segler Boote ohne Masthaken, 2 haben das Kugelsystem, 1 Boot noch den Masthaken. Ähnlich sieht es in den Niederlanden und Polen aus, von weltweit ganz zu schweigen.
Vor diesem Hintergrund ist die Regel der Realität anzupassen. Die Haftungsfrage ist keine. Seit 2005 gilt die bestehende Regel. Mir ist kein juristischer Streitfall bekannt. Eine Ausstattung eines 14ers mit einem Masthaken, der gar nicht benutzt wird, siehe Maststellmethode, ist entbehrlich. Veränderungen am Origalzustand hat die Haftungsverantwortung des Besitzers zur Folge. Eine Haftung der IHCA ist somit gar nicht möglich. Bei Unfällen gilt das Verursacherprinzip. Verursacher ist keinesfalls ein fehlender Masthaken. Seit Gültigkeit der Regel hat es keine Disqualifikation aus diesem Grund gegeben. Bei technischen Kontrollen sind fehlende Masthaken nie bemängelt worden. Mir und auch anderen ist diese Regel noch nicht einmal bekannt gewesen.
Bereits 2014 habe ich zudem beschrieben und mit Fotos dokumentiert, dass Gusseisen mit Kontakt zu Gusseisen wie bei dem Hakensystem zu starkem Verschleiß führt. Folge: Abenteuerliche Reparaturversuche.
Dies zusammengenommen führt mich dazu aufzufordern, dass die Werft nur noch das Kugelsystem bei Neubooten anbietet. Gleiches hat sie bei der Einführung des 6-Latten Großsegels, Großschottalje, etc. ja auch getan und ist zeitnah möglich, da der Hobie Cat 14 Power bereits mit dem Kugelsystem ausgerüstet ist.
Mit seglerischem Gruß
Wolfgang Ehrich
