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Hobie16 Lattenspannung


Thommi
(@thommi)
New Member
Beigetreten: Vor 11 Monaten
Beiträge: 3
Themenstarter  

Ich mache hier mal den Anfang. 

Nach welchen Kriterien justiert Ihr beim Hobie16 die Lattenspannung in Groß und Fock? 

Und löst Ihr die nach jedem Segeln oder lasst Ihr die Spannung drin?

 

Ich bin sicher dass es keine pauschale Antwort gibt, und gewiss verschiedene Ansichten. Würde aber gerne Eure Gedanken dazu hören.

Grüße, Thommi


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Potti
(@potti)
New Member
Beigetreten: Vor 11 Monaten
Beiträge: 1
 

Hallo Thommi,

wie Du schon sagst, fährt jeder in gewisser Weise seine eigene Philosophie. Faktoren wie Crewgewicht und auch das gewünschte Handling spielen natürlich eine große Rolle. Grundsätzlich solltest Du viel probieren und testen, auch mit dem Traveller. Vielleicht hast Du Gelegenheit "gegen" einen vergleichbaren 16er zu segeln und verschiedene Einstellungen auszuloten. Dennoch gibt es ein paar Grundeinstellungen zur groben Orientierung:

Leichtwind: Großsegel: maximale Lattenspannung, hohe Profiltiefe, geschlossenes Achterliek, besonders die oberste Latte im Groß braucht viel Spannung; Fock: starke LSp., die Latten am Liek angefasst und in Gegenrichtung gedrückt, müssen mit deutlichem Plopp umschlagen. Weniger Mastfall, hohe Riggspannung.

mittlerer Wind: Groß: mässige bis starke LSp, zum Top etwas weniger Spannung, öffnet das Liek und bringt den Druckpunkt tiefer, mittlere Riggspannung; Fock: mittlere LSp.

Starkwind: Groß: minimale Spannung, aber alle Falten entlang der Lattentaschen müssen verschwinden; Fock: angepasst, mittlere/wenig Riggspannung. max Mastfall (die Großschot lässt sich leicht "Block auf Block" fahren.

Ich entspanne nach jedem Segeln alle Latten, um die Segel zu schonen, auch wenn keine dynamischen Belastungen mehr auftreten. Im Groß haben sich für mich die RELAX-Lattenkappen bewährt. Einfach mal googeln, die Dinger empfehle ich unbedingt.

Viele Tipps kannst Du Dir natürlich bei den Trainingslagern der KV holen. Einfach mal eins einplanen und hinfahren, ob mit oder ohne eigenes Boot, immer lohnenswert.

Viel Spaß nun beim Tüffteln an "Deinem" Trimm. Segeln dürfen wir ja nun wieder.

Gruß Potti


AntwortZitat
Thommi
(@thommi)
New Member
Beigetreten: Vor 11 Monaten
Beiträge: 3
Themenstarter  

@potti

Hallo Potti, vielen Dank!

Da muss ich mal sehen, ich glaube meine Latten in der Fock sind etwas zu kurz um richtig Spannung drauf zu geben. Die enden praktisch bündig mit dem Achterliek.

Bis dann,

Thommi


AntwortZitat
Ingo Delius
(@ingo-delius)
New Member
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 1
 

@potti

@thommi

Hallo in die Runde,

ich meine, dass die Latten nicht so wie von dir, potti, beschrieben gespannt werden sollten. Denn wir müssen bei unseren Überlegungen an anderer Stelle anfangen, nämlich dabei:

Das Profil eines Segels ist in das Segel genäht, indem die Bahnen der Segel entsprechend geschnitten sind. Man sollte nicht versuchen, dieses Profil durch Lattenspannung "zu verändern". Durch Lattenspannung würde sich nämlich nur das Profil dort verändern, wo die Lattentasche verläuft, denn nur dort würde das Segeltuch durch die Spannung gedehnt werden, während in den Bereichen zwischen den Lattentaschen das Segel davon, dass die Segellatte gespannt ist, wenig mitbekommt.

Jetzt müssen wir uns anschauen, was der Winddruck mit dem Segel macht. Denn jetzt werden wir feststellen, dass der Winddruck gerade die Bahnen zwischen den Segellatten belastet: das Tuch wird dort gedehnt. Je mehr Winddruck ist, desto mehr Dehnung findet sich in dem Tuch zwischen den Lattentaschen. Je mehr Dehnung zwischen den Segeltaschen, desto mehr Lattenspannung benötigen wir, um die Segel dort, wo die doppelt gelegten Lattentaschen relativ fester als das Tuch zwischen den Lattentaschen ist, der Dehnung des Segeltuchs anzupassen. Daher gilt meiner Meinung nach das Gegenteil dessen, was du, Potti, beschrieben hast: wenig Wind erfordert nur wenig Lattenspannnung; mehr Wind, erfordert mehr Lattenspannung. Dabei müssen wir uns vorstellen, dass der Winddruck, den wir beispielsweise bei einer Windgeschwindigkeit von 16 Knoten an der Kreuz oder gar auf dem Flieger im Segel haben, nicht an Land simuliert werden kann, denn zu der Windgeschwindigkeit von 16 Knoten im Beispielsfall kommt noch der Fahrtwind hinzu, weshalb der scheinbare Wind, mit dem wir unseren Kat segeln, noch einmal 1 oder gar 2 Windstärken höher ist.

Schließlich dürfen wir nicht außer acht lassen: je mehr ein Segel strapaziert worden ist, desto mehr lässt es sich dehnen. Bei neuen Segeln ist der Unterschied zwischen der Lattenspannung für wenig Wind und der Lattenspannung für viel Wind sehr klein, für mich gar so klein, dass sich gar keinen Unterschied mache. Bei älteren Segeln, die schon einige Stunden Starkwind hinter sich haben, ist der Unterschied zwischen der Lattenspannung für wenig Wind und der Lattenspannung für viel Wind schon größer. Das muss ausprobiert werden - auf dem Wasser mit einem Blick nach oben, der letztlich nur abklären soll, ob sich auf der Innenseite der Lattentasche - nur die können wir meistens bei viel Wind sehen, denn man sollte ja in Luv im Trapez stehen 😉 - kleine Falten zeigen oder nicht. Es geht dann letztlich nur darum, diese Falten herauszuziehen.

Viel Lattenspannung bei viel Wind hindert übrigens auch nicht, dass das Segel oben öffnet. Denn das Segeln öffnen wir oben durch Ziehen des Vorliekstreckers. Er sollte an der Kreuz und auf dem Flieger stets so durchgesetzt sein, dass am Vorliek die Falten aus dem Segel gezogen sind. Dazu werden wir feststellen, dass wir desto mehr am Vorliekstrecker ziehen müssen, desto mehr Wind ist, denn je mehr Wind ist, desto mehr ziehen wir an der Großschot das Segel hinten quasi nach unten, was dann natürlich auch am Segel vorne berücksichtigt werden muss, indem auch dort das Segel nach unten gezogen wird. Wenn je nach Mannschaftsgewicht ab Windgeschwindigkeiten von 16 oder 18 Knoten gewollt ist, dass etwas Druck abgebaut werden soll, sollte das Segel oben geöffnet werden, wie man das nennt, wenn das Achterliek oben leicht ausweht. Und dieses Öffnen des Segels oben erfolgt dann, indem noch doller an dem Vorliekstrecker gezogen wird. Das Ziehen am Vorliekstrecker findet erst dann eine Grenze, wenn das Mast zu leicht in die Gegenrotation gerät, wenn man beispielsweise bei einer 35 Knoten-Böe mal die Großschot aufmacht. Wo der Punkt ist, finden wir nur auf dem Wasser heraus. Rotiert der Mast mal bei viel Wind gegen, geht aus dem (Doppel-) Trapez an Bord, da sonst der Mast Schaden nehmen könnte.

 


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